Immer wieder spannend: die Kinesiologie und der Muskeltest

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Ich arbeite jetzt schon viele Jahre mit der Kinesiologie, aber ich finde es immer wieder faszinierend, was man mit dieser Methode erfahren und erreichen kann.

Eines der Haupt-Werkzeuge der Kinesiologie ist der sogenannte Muskeltest. Dabei wird ein bestimmter Muskel (meistens am Arm oder Bein) in eine isolierte Stellung gebracht. Dann drückt der Tester nach Ankündigung sanft auf den Arm oder das Bein, um festzustellen, wie der Muskel reagiert.

Der Klient wird dabei aufgefordert zu „halten“. Damit ist nicht gemeint, dass er sich anstrengen soll, um gegen den Druck anzukämpfen, sondern er oder sie soll einfach nur dem Druck entspannt standhalten, beziehungsweise selbst neugierig sein, wie der Muskel reagiert.

Halten ohne Anstrengung

Das kann sehr unterschiedlich sein. „Hält“ der Muskel, fühlt sich das ungefähr so an wie ein Fels in der Brandung. Der Muskel lässt sich durch den leichten Druck des Testers nicht irritieren.

Der Muskel kann sich aber auch gummi-artig anfühlen, einfach schlaff nachgeben oder betonhart gegen den Druck ankämpfen. Einige Klienten reißen den Arm unbewusst hoch, wenn man „halten“ sagt.

All das sind Zeichen für einen „nicht eingeschalteten Muskel“, der zeigt, dass ein gewisser Stress vorhanden ist, – entweder im Muskel selbst oder – je nach Fragestellung – in einem anderen Bereich.

Dies richtet sich nach der kinesiologischen Methode und nach der Intention des Testers.

Funktioniert das wirklich?

Einige halten den Muskeltest ja für Humbug, aber es ist gar nicht ungewöhnlich, dass unser Körper auf Stress oder unsere Gedanken und Gefühle reagiert. Vielleicht sind dir ja auch schon mal vor Schreck die Knie weich geworden oder du hast gespürt, wie sich bei Stress all deine Muskeln angespannt haben?

Wenn man gut drauf ist, dann ist die Körperhaltung aufrechter und der Gang kraftvoller, als wenn man deprimiert durch den Tag schlappt.

Insofern ist der kinesiologische Muskeltest eine Kommunikation mit dem Körper und dem Unbewussten, man nennt das auch Bio-Feedback.

Aber das kann man doch beeinflussen!

Ja, das stimmt. Der Muskeltest passiert zwischen Menschen, nicht zwischen elektronischen Messgeräten. Und beide – sowohl der Tester als auch der Getestete – könnten, wenn sie wollten, den Test willentlich beeinflussen.

Aber: Warum sollte ich als Kinesiologin das tun? Für mich ist es einerlei, ob der Stress der Klientin von diesem oder jenem herrührt und ob sie als Korrektur nun Übung A oder B benötigt. – Ich bin einfach offen für den Prozess, der sich zeigt.

Und die Klientin kommt zu mir und bezahlt Geld dafür, dass wir mit Hilfe des Muskeltests Lösungen finden, auf die sie allein nicht kommt. – Warum sollte sie den Test beeinflussen?

Dieser Test ist eine sehr feinfühlige Kommunikation zwischen zwei Menschen, wobei das Unterbewusstsein und der Körper miteinbezogen werden, – also mehr Bereiche, als in einem „normalen“ Gespräch.

Die eigene Urteilskraft und die Verantwortung für sich selbst sollte man aber schon behalten, denn es gibt leider auch Menschen, die mit solchen Werkzeugen fahrlässig umgehen.

Vorsicht vor vorschnellen „Diagnosen“ und Urteilen.

Eine Klientin erzählte von einem Seminar, in dem die Kursleiterin als erstes einen einzigen Muskeltest bei ihr gemacht hatte und ihr sofort Probleme an der Schilddrüse angedichtet hat!

Das ist absolut unverantwortlich, kann ich dazu nur sagen. Für solche Behauptungen ist der Muskeltest nicht gedacht!

Mehr Informationen über die Kinesiologie findest du übrigens hier und hier.

Wenn Du Lust hast, dann probiere den Muskeltest einfach mal bei Dir selbst aus:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten des kinesiologischen Selbsttests. Ich nutze für mich selbst am liebsten den auf dem Foto:

Du formst mit einer Hand einen Ring aus Daumen und kleinem Finger. Dann gehst Du mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand dazwischen und versuchst den Ring auseinanderzudrücken.

Der Muskel, der dabei getestet wird, ist der Opponens pollicis am Daumenballen.

So kannst Du vorgehen:

Du sagst laut: „Ich heiße … (Dein Name) …“ (Test)

Dann: „Ich heiße … (irgendein anderer Name) …“ (Test)

oder

Du denkst an ein positives Erlebnis (Test), dann ein negatives (Test).

Normalerweise wird sich der Muskel bei der Vorstellung des positiven Erlebnisses stärker anfühlen als bei dem negativen.

Du kannst den Test zum Beispiel bei Nahrungsmitteln oder anderen Substanzen ausprobieren, falls Du das Gefühl hast, dass sie Dir nicht gut bekommen.

Grundsätzlich bedeutet das Ergebnis: Stress oder kein Stress mit der Substanz, dem Gedanken, dem Vorstellungsbild usw.

Vermeide es, Ja/ Nein-Fragen zu stellen!

(Besonders nicht zu Themen wie Krankheiten. Der Muskeltest ersetzt keine medizinische Diagnose.)

Es kann einige Übung erfordern, um mit dem Muskeltest deutliche Antworten zu bekommen und natürlich kannst du ihn selbst auch beeinflussen.

Ich benutze den Muskeltest deshalb gerne bei Dingen, wo es mir egal ist, was dabei herauskommt, zum Beispiel wenn ich mir Bachblüten, Schüssler Salze oder unterstützende Übungen austeste, innere Glaubenssätze abfrage oder Ähnliches.

Wenn du magst, spiele einfach ein bisschen damit herum. Aber nimm es nicht zu ernst. Du befragst keine magische Übermacht, sondern Deine innere (Körper-) Weisheit. Und die weiß eben auch nicht alles.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Herumprobieren und freue mich auf Deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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