Wenn alles zusammenbricht – Wege aus der Krise

Warst du schon mal in einer echten Krise? Oder steckst du vielleicht gerade mittendrin?

Ich meine nicht die Situationen, wo man – halb im Scherz – zu Freunden und Bekannten sagt: „Ich krieg die Krise!“ Und dann genüsslich von irgendeiner problematischen Situation erzählt, wo alles anders lief, als man es erwartete oder wollte. – Und die nach spätestens zwei Tagen nur noch gut für dramatische Erlebnisberichte war.

Nein, ich meine echte Krisen, also Zeiten, in denen du Herausforderungen erlebst, die wirklich schmerzen, die dir auf den Magen schlagen, die Luft zum Atmen nehmen, dein Herz zerreißen oder an die Nieren gehen, wie man so sagt.

Situationen, die nicht nach zwei Tagen vorbei sind, sondern an denen du lange zu knacken hast und für die du erst mal keine Lösung findest.

Situationen, in denen du dich allein gelassen fühlst, weil dir niemand helfen kann.

Vielleicht versteht niemand, was du gerade durchmachst.

Vielleicht kann es niemand verstehen, weil du es nicht klar genug kommunizierst? Vielleicht kannst du auch gar nicht so genau ausdrücken, wie es in dir drinnen aussieht??

Ich habe das schon erlebt, so eine Mega-Krise, in der alles nacheinander in meinem Leben zusammenbrach, bis kaum ein Lebensbereich noch „normal“ funktionierte. Wo ich zwar Hilfe von guten Freunden bekam, aber irgendwann auch nicht mehr so genau sagen konnte, was da alles in meinem Inneren passierte, wie ich mich genau fühlte. Weil ich das selbst überhaupt nicht mehr einschätzen konnte und alles einfach schrecklich war.

Weil alle bekannten und vertrauten Schutzmechanismen zusammenbrachen und die alten Masken nicht mehr funktionierten.

Wo ich mich fühlte, als wäre ich

schwer verwundet und schutzlos wie in eine fremde Welt geschleudert worden.

Therapeutisch und spirituell gesehen, sind solche Heilkrisen wertvoll, weil sie die alten Schutz-Panzer und inneren Mauern, die uns oft behindern, aufbrechen und wir dann neue Möglichkeiten haben, uns weiter zu entwickeln.

Wenn man aber mitten drin steckt, dann helfen einem solche Sichtweisen wenig. Dann leidet man unter furchtbaren Schmerzen und weiß nicht wohin mit sich oder wo oben und unten ist.

Rückzug in die Stille

Eine Zeit lang kann es hilfreich sein, sich einfach nur in eine dunkle Ecke zurückzuziehen, wie ein verwundetes Tier das auch tun würde. Wenn es sich aber um länger anhaltende Herausforderungen handelt, dann musst du irgendwann wieder aus deiner Ecke herauskommen. Dann hilft es nämlich nicht mehr, sich mit endlosen Gedanken-Teufelskreisen selbst zu quälen. Die gilt es zu unterbrechen.

Im Folgenden verrate ich dir, was mir in schweren Zeiten geholfen hat, wenn zwar die realen / materiellen Lebensumstände halbwegs geregelt waren, es aber innen drin ziemlich finster aussah :

Sport:

Beweg dich. Finde eine Sportart, die dir Spaß bringt und mache das regelmäßig. Am besten geht das, wenn du Kontakte in einer Gruppe hast, dann hast du einen Grund hinzugehen.

Natur:

Beweg dich, geh raus an die frische Luft. Gehe im Wald oder an einem See spazieren, fahre Rad oder setze dich einfach mit einem Buch auf eine Bank. Höre dem Gesang der Vögel zu und den Wind rauschen.

Kreativität:

Drücke deinen Schmerz, deine Verwirrung, deine Gefühle aus! Egal ob du singst, malst, schreibst, was auch immer dir liegt. Lass es raus!

Ich habe zum Beispiel eine Zeit lang sehr traurige und düstere Gedichte geschrieben. Man muss sie ja niemandem zeigen, wenn man nicht will.

Sei aktiv/ Backe Kuchen

Wenn dich quälende Gedankenschleifen überrennen und eine graue depressive Wolke über dir schwebt, dann tue etwas Sinnvolles Räume deine Wohnung auf, putze, miste alte Sachen aus. Das ist ein gutes Gefühl und schafft Platz für Neues. – Als es mir schlecht ging, habe ich oft Kuchen gebacken. Das hat mich aus den miesen Gedanken herausgebracht und war etwas Positives, mit dem ich dann auch noch anderen eine Freude machen konnte.

Nimm Hilfe an:

Erzähle, wie es dir geht. Friss nicht alles in dich hinein. Und wenn deine Freunde nicht mehr weiter wissen (oder es nicht mehr hören können), dann nimm professionelle Hilfe in Anspruch.

Kinesiologie:

Um sich zu stabilisieren, helfen auch kinesiologische Übungen. Ich habe mich selbst am Zopf aus dem Sumpf gezogen. Dazu gehört allerdings die Disziplin, ein- oder mehrmals täglich etwas zu tun, was einem gut tut.

Sei dankbar für Kleinigkeiten:

Selbst wenn es dir ganz mies geht, kannst du immer noch irgend etwas Positives in deinem Alltag oder in deiner Umgebung entdecken.

Ich habe das manchmal auf dem Weg zum Einkaufen oder zur Arbeit geübt:

Finde 10 schöne oder positive Dinge! Es können Kleinigkeiten sein (Diese Frau trägt einen hübschen Pullover), die Bäume fangen an zu blühen, dieser Vorgarten ist liebevoll gestaltet oder Ähnliches. Jede Kleinigkeit zählt. Ich habe immer 10 Dinge zusammen bekommen. – Und es richtet den Blick auf die positiven Seiten des Lebens.

Affirmationen:

Wähle einige positive Sätze, die du Mantra-mäßig abspulst, um dich von den negativen Gedanken wegzubringen. Eine Zeit lang reichte es bei mir nur zu einem verzweifelten „Ich schaffe das!“ in schwierigen Situationen, wo ich dachte, ich breche jetzt zusammen und schaffe das eben nicht. – Aber auch das hilft weiter, denn es lenkt das Denken in die Richtung, in die du willst. Hin zu deinen Zielen.

 

Du siehst, es gibt viele Wege, wie man sich helfen kann. Wichtig ist, dass du selbst Tag für Tag etwas tun kannst, um dich ein wenig besser zu fühlen.

Was für dich passt, bestimmst allein du.

Und falls du gerade mitten drin in einem tiefen, dunklen Tal steckst, dann sei sicher, dass es auch Wege gibt, die dich wieder herausführen, Schritt für Schritt und Tag für Tag.

 

Das Leben geht weiter und es wird auch wieder hell und schön.

Und lange Zeit später (manchmal sehr lange Zeit) kann man vielleicht sogar entdecken, das in dieser schweren Zeit auch positive Geschenke versteckt waren …

Alles Gute für dich!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.