Immer höher, schneller, weiter – Wozu eigentlich?

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Wie wäre es denn mal mit tiefer, langsamer, kürzer (oder sogar zurück)?

Wozu eigentlich diese Hektik? An welches Ziel bringt uns diese Parole „Höher, schneller, weiter“, die so gerne von Wissenschaftlern und Geschäftsleuten ausgegeben wird, die keine natürliche oder ethische Grenze respektieren, sondern alles erforschen oder geschäftlich erschließen, was irgendwie geht?

Ohne jegliche Rücksicht auf Verluste?

Es führt hin zu Umwelt-Zerstörung, Stress und Burnout. An den Rand des Abgrunds – oder?

Der sogenannte tolle Fort-Schritt ist ein ständiges Fort-Schreiten von der Natur, der im Außen und der in unserem Inneren.

Ja, natürlich gibt es angenehme Errungenschaften des modernen Lebens. Ich möchte auch nicht im Mittelalter leben und meine Wäsche im Fluss waschen. Ich mag Waschmaschinen, und auch Laptops und Digital-Kameras!

Aber nachdem wir ein gewisses Maß an Wissen und Wohlstand erreicht haben, sollten wir nicht eher mal schauen, wie wir alle hier gut leben können auf dieser wunderschönen Erde?

Warum blind diesem Immer-Mehr hinterherlaufen?

Nehmen wir als Beispiel einen Postboten. Das war früher ein gemütlicher Beruf. Der oder die Postbotin radelte entspannt von Haus zu Haus, warf die Briefe ein und hielt oft noch einen Schwatz mit den Bewohnern. Deshalb waren Postboten auch oft gut gelaunt.

Heute ist das ganz anders. Einmal kam ich gerade vom Einkaufen und sah in meiner Straße das gelbe Fahrrad vor einem Haus stehen. Zu der Zeit beschäftigte mich irgendeine Frage bezüglich der Post und ich dachte, dass ich ja direkt den Postboten fragen könnte.

Als ich dann den missmutigen Mann aus dem Haus hetzen und auf sein Fahrrad springen sah, ließ ich es bleiben. Der hatte sicher keine Zeit für irgendwelche Extras, Fragen oder womöglich einen Schwatz. Dieser Postbote rannte offensichtlich der Zeit hinterher, weil er zu viele Briefe in zu vielen Straßen verteilen musste.

(Ich bekomme meine Briefe übrigens häufig zerknüllt in den Briefkasten, auch kleine Umschläge, die wunderbar in den Briefkasten passen. Wahrscheinlich aus Zeitnot des Postboten. Was mich ärgert. Schließlich sind manchmal wichtige Dokumente dabei. Das Porto wird ständig erhöht, aber der Service wird schlechter …)

Aber wozu nun eigentlich diese andauernde Eile?

Aus Sicht der Firmen ist es klar: Arbeits-Abläufe optimieren, Gewinn maximieren, Löhne einsparen oder gleich ganz die Mitarbeiter …

So geraten viele Menschen im Job immer mehr unter Zeitdruck. Und es ist dann schwer, das in der Freizeit abzulegen.

Dabei ist es doch umso wichtiger, in der Freizeit einen Ausgleich zu schaffen gegen dieses ständige Schneller, Höher, Weiter.

Was kann man also tun?

Versuch´s doch mal mit:

Tiefer. Langsamer. Kürzer.

 

Tiefer

Nicht fünf Sachen auf einmal machen, sondern ganz bewusst wahrnehmen, was Du tust, in die Tiefe gehen, den Dingen auf den Grund gehen.

Atmen. Pausen machen.

Dir auch mal überlegen, ob Du mit dem, was Du machst und wie Du es machst, überhaupt zufrieden bist.

Willst Du etwas ändern? Dann tu´s!

 

Langsamer

Langsamer leben. Einfach mal DA SEIN.

Langsam essen, lieben, gehen und dabei wirklich wahrnehmen und genießen.

Okay, langsam gehen ist für mich auch eine Herausforderung 😉

Ich suche jedoch auch in der Großstadt immer Wege, auf denen es ruhig ist und nehme für einen grünen Schleichweg gerne einen kleinen Umweg in Kauf. Ich gehe einfach lieber durchs Grüne, als an einer lauten Straße entlang.

 

Kürzer

Mal kürzer treten, mal Fünfe gerade sein lassen. Es sich gemütlich machen, es sich gut gehen und die Seele baumeln lassen.

Nicht immer zum nächsten Ziel hetzen.

Nimm Dir lieber mal Zeit anzuerkennen, was Du alles schon erreicht hast, was Du zum Beispiel heute schon alles gut gemacht hast!

 

Das Gegenteil von weiter könnte auch ZURÜCK sein.

Zurück

Auch mal einen Schritt zurück gehen, wenn Du merkst, dass Du zu weit gegangen bist …

Oder zurück zur letzten Gabelung auf Deinem persönlichen Weg gehen und schauen, ob Dir die aktuelle Richtung, auf der Du unterwegs bist, wirklich zusagt und gut tut …

 

Fazit:

Unsere Umgebung ist reizüberflutet, dem können wir nur bedingt ausweichen. Aber einiges von der Hektik ist auch selbst gemacht, weil wir uns vielen Reizen freiwillig aussetzen (z.B. PC, Handy, TV) .

Du hast es selbst in der Hand, Dein Leben zu gestalten.

Tust Du`s ?

 

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